ie antikische Strenge der alten Säulenordnungen hätte in spätrömischer Zeit einer größeren, allerdings phantasielosen Freiheit Platz gemacht, um dann für Jahrhunderte vergessen zu werden. Säulen aus verfallenden Palästen wurden im frühchristlichen Kirchenbau verwendet. Kennzeichnend für das Mittelalter ist die Vielfalt, der überraschende Einfallsreichtum der Steinbildner, der erst in der Gotik zu Gunsten einiger weniger Motive (Knospe, Blatt, Krabbe) schwindet. Die Wiederentdeckung Vitruvs schließlich verhindert geradezu neue Ideen. Volute, Akanthus und Palmette werden unermüdlich abgewandelt, wuchtig im Barock, zierlich im Rokoko und im Klassizismus.